Das neobarocke Gebäude von 1913 wird durch Dietlof Graf von Arnim errichtet. Es ist sein Anliegen, Wohnungen für leitende Schlossangestellte (Obergeschoss und Seitenflügel) sowie Büros für die gräfliche Forstverwaltung zu schaffen. Zuvor befinden sich an dieser Stelle Bleichwiesen für das naheliegende Waschhaus des Schlosses.
Der linke Seitenflügel wird dem langjährigen Forstmeister Curt Schmidt und dem Hauptbuchhalter des gräflichen Forstbetriebes Walter Schwebke zur Verfügung gestellt, der rechte Seitenflügel wird an den Fischermeister Erich Mangelsdorf vermietet. Das Obergeschoss bewohnen mehrere Angestellte der Forstverwaltung und das Dachgeschoss wird mit wechselnden Praktikanten, Eleven* und Dienstpersonal belegt. Im Erdgeschoss befinden sich die Büroräume des Forstbetriebes und die Kasse.
Kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee 1945 begeben sich die Bewohner des Hauses auf den „Treck“ Richtung Westen. Lediglich der Fischer Mangelsdorf bleibt in seiner Wohnung. In den ersten Nachkriegsjahren finden viele Kriegsflüchtlinge und Heimatvertriebene in dem großen Haus eine erste Bleibe.
Ab 1949 wird das Gebäude der neu gegründeten Landespolizeischule, die im Schloss Boitzenburg Einzug hält, zugeordnet. Aufgrund eines Schlossbrandes am 12. Dezember 1949 und nachfolgenden Aufräum- und Bauarbeiten zieht eine Bauleitung in das Eckgebäude ein. Vier Jahre später wird die Polizeischule in Boitzenburg geschlossen.
Ab dem 18. Januar 1956 gehört das Haus zum „NVA Erholungsheim Boitzenburg“. Im Erdgeschoss werden wieder Büroräume für die Verwaltung eingerichtet, in die obere Etage zieht später der Leiter des Heimes, Major Herrmann Löffler ein, im Dachgeschoss wohnt Personal des Servicebereiches. Die letzte Urlauberbelegung findet Silvester 1989 statt. Danach wird das Haus durch die Bundeswehr geräumt und steht seitdem leer.
Ab Mai 1991 gerät das Schloss Boitzenburg mit dem Verwaltungsgebäude in die Vermögensmasse der Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) der Bundesrepublik Deutschland. Es vergehen sieben Jahre, bis sich 1998 ein neuer Eigentümer findet. An Nutzungsvarianten und notwendigen Fördermöglichkeiten wird gegenwärtig gearbeitet.
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